Technologienetzwerke und Serviceeinheiten Tübingen

Wirkstoffpeptidlabor

© Abteilung für Immunologie / Universität Tübingen

In Tübingen steht eine GMP-Einheit mit insgesamt sechs Reinräumen u.a. für die Herstellung von Peptiden zur Verfügung. Das „Wirkstoffpeptidlabor“ ist spezialisiert auf die effiziente Herstellung kleiner Peptidmengen in pharmazeutischer Qualität zum Einsatz in der personalisierten Peptidimpfung. DKTK-Mitgliedern wird ein umfassender Service für Design und Produktion z.B. mutierter oder tumorspezifisch überexprimierter Peptide angeboten, welche durch NGS oder HLA-Ligandomanalyse identifiziert wurden. Tübinger Vakzinpeptide sind bereits in der klinischen Prüfung wie z.B. in den DKTK-Studien “IVAC-ALL”, „iVAC-L-CLL01“ oder “NOA-16”. Auch im Rahmen des EU-Projekts GAPVAC werden Tumorpatient:innen mit Peptiden des Wirkstoffpeptidlabors immunisiert.


Die Herstellung der Vakzinpeptide durch das Wirkstoffpeptidlabor erfolgt in zwei Bereichen

© Abteilung für Immunologie / Universität Tübingen

Bereich 1: Das Wirkstoffpeptidlabor der Universität Tübingen befindet sich innerhalb der Abteilung Immunologie Auf der Morgenstelle 15, 72076 Tübingen. Hier werden Peptide als Arzneimittelvorstufen (Wirkstoffe) unter einem GMP-Zertifikat des Regierungspräsidiums Tübingen hergestellt.

Bereich 2: Das GMP-Zentrum (GMPZ) befindet sich im Zentrum für Klinische Transfusionsmedizin (ZKT) in der Otfried-Müller-Str. 4/1, 72076 Tübingen, innerhalb des Universitätsklinikums. Hier werden aus den Wirkstoffen die Vakzinpeptide gebrauchsfertig für den Einsatz am Patient:innen als Arzneimittel hergestellt, wofür das Regierungspräsidium Tübingen eine Herstellungserlaubnis erteilt hat. In beiden Bereichen werden die Peptide und Vakzinpeptide durch das Personal des Wirkstoffpeptidlabors unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Stevanović hergestellt, der als Leiter der Qualitätskontrolle die Freigabe der Wirkstoffe vornimmt. Dr. Heinz Rotering, ist als Sachkundige Person verantwortlich für die Freigabe der Vakzinpeptide.

Kontakt

Prof. Dr. Stefan Stevanovic

Abteilung für Immunologie

Auf der Morgenstelle 15

72076 Tübingen
E-Mail: stefan.stevanovic@uni-tuebingen.de

HLA-Ligandomanalyse

Abb. 1: Die Serviceeinheit “HLA-Ligandom” am DKTK-Partnerstandort Tübingen, © Abteilung für Immunologie

HLA-Ligandomanalyse für die Identifizierung tumor-assoziierter Peptide (TUMAPs).

Praktisch alle menschlichen Zellen exprimieren Oberflächenmoleküle (HLA), die eine Art Schaufenster der Zelle darstellen. Peptide als Ausschnitte der meisten zellulären Proteine werden durch HLA-Moleküle präsentiert, was den T-Zellen die Immunüberwachung ermöglicht: Veränderungen der HLA-Liganden z.B. durch virale Infektion oder tumorspezifische Mutation können durch die T-Zellen erkannt werden.

Jeder individuelle Tumor exprimiert seinen eigenen Satz an Tumorantigenen (überexprimiert, mutiert, abgeleitet von Tumorviren, Fusionsproteine etc.), von denen einige essenziell für das Tumorwachstum sind.

Andere stellen zufällige Mitläufermutationen als Veränderung des normalen „Selbst“ dar. Alle Kategorien der Tumorantigene können immunogene Peptide erzeugen, die – über HLA präsentiert – von T-Zellen erkannt werden, welche Tumorzellen abtöten können.

 

Abb. 2: HLA-Ligandomanalyse. © Abteilung für Immunologie

Die Immunaffinitätschromatographie der HLA-Moleküle wird gefolgt von der Peptidextraktion und -identifizierung durch eine Kombination von Kapillar-HPLC und Massenspektrometrie. Aufwändige Datenanalyse wird zur Charakterisierung der tumorassoziierten Peptide eingesetzt.

Die Serviceeinheit HLA-Ligandom in Tübingen bietet DKTK-Mitgliedern die Analyse und Charakterisierung HLA-präsentierter Peptide, was die fundierte Auswahl von T-Zellantigenen für die Immuntherapie ermöglicht. Unsere langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der HLA-Ligandomanalyse reflektiert sich in der Entwicklung standardisierter Protokolle zur HLA-Peptidextraktion, anspruchsvoller Datenauswertung und Qualitätskontrolle, wodurch eine effiziente und reproduzierbare HLA-Ligandomanalyse gegeben ist (Abb. 2).

The Serviceeinheit betreibt zwei Orbitrap LC-MS/MS-Systeme, die ideal für die schnelle und hochsensitive Analyse des HLA-präsentierten Immunpeptidoms geeignet sindZusätzlich zu den robusten LTQ Orbitrap XL-Systemen ist das Labor mit der neuesten MS-Generation, dem Orbitrap Fusion LumosTM Tribrid Massenpektrometer ausgestattet (Abb. 1), das die HLA-Ligandomanalyse auch bei kleinsten Probenmengen noch zuverlässig erlaubt. Neben flexiblen Optionen der Datenprozessierung können auch Abgleiche mit unserer hauseigenen HLA-Ligandenbank (derzeit mehr als 100.000 Peptidsequenzen aus verschiedenen Tumorarten und gesunden Vergleichsgeweben) vorgenommen, um eine verlässliche Identifizierung der Tumorantigene zu erreichen.

Die resultierenden TUMAPs können unter GMP-Bedingungen individuell für alle Patient:innen durch das Wirkstoffpeptidlabor produziert und für Impfstudien bereitgestellt werden - “from bench to bedside”.

Kontakt

Moreno Di Marco

Abteilung für Immunologie

Auf der Morgenstelle 15
72076 Tübingen
E-Mail: moreno.di-marco@uni-tuebingen.de

Technologienetzwerke: Immunmonitoring

Der wissenschaftliche Fokus der Arbeitsgruppe Immunmonitoring, Teil der Abteilung Immunologie an der Universität Tübingen, liegt in der Untersuchung von adaptiven Immunantworten in Krebspatient:innen. T-Zell-Populationen werden hierfür aus Blut oder Tumorgeweben von Patient:innen gewonnen und auf phänotypischer, wie auch auf funktioneller Ebene untersucht. Unsere Expertise liegt im Besonderen in der Untersuchung von Antigen-spezifischen T-Zell Antworten während der Immuntherapie, wie z.B. bei der personalisierten Multi-Peptid-Vakzinierung. Des Weiteren untersuchen wir verschiedene andere Immunzellpopulationen, welche fähig sind mit dem Tumor zu interagieren.

Wir sind zudem Gründungsmitglied und Mitorganisator des „Cancer Immunotherapy Immunoguiding Program (CIP/CIMT)“, welches 2005 gegründet wurde. Das Ziel dieser internationalen Arbeitsgruppe ist zu der Verbesserung von Vergleichbarkeiten und zugleich der Sensitivitäten von etablierten immunologischen Techniken beizutragen, sowie die Entwicklung von ergänzenden Methoden voranzutreiben, um dadurch Fortschritte in dem Feld der Immuntherapie und deren Auswertung zu erzielen.

 

Methoden und Technologien

  • Multiparametrische Durchflusszytometrie
  • ELISpot
  • Bead-basierte Zytokinmessungen
  • Cytotoxizitätsassays (VITAL, XCelligence, …)
  • T-Zell-Priming, -Kultur (auch TILs), -Sortierung und -Klonierung
  • Untersuchungen antigen-spezifische CD4 und CD8 T-Zellen

 

Monitoring - Aktivitäten (In Kooperation mit verschiedenen nationalen und internationalen Kooperationspartnern.):

  • Charakterisierung von T-Zellepitopen aus neuidentifizierten Tumor-assoziierten Antigenen
  • Auswirkung von Standardtherapien auf das Immunsystem von Krebspatient:innen
  • Immunmonitoring von Peptid-basierten Vakzinierungsstudien
  • Entwicklung neuer Adjuvanzien
  • Assay-Entwicklung: Etablierung, Optimierung, Standardisierung und Validierung von Immunoassays

Kontakt

PD Dr. Cécile Gouttefangeas

Universität Tübingen

E-Mail: cecile.gouttefangeas@uni-tuebingen.de
Dr. Jennifer Richardson​

Universität Tübingen

E-Mail: jennifer.richardson@uni-tuebingen.de
Juliane Schuhmacher​

Universität Tübingen

E-Mail: juliane.schuhmacher@uni-tuebingen.de

Die Zentrale Biobank des Comprehensive Cancer Center Tübingen-Stuttgart

Die Zentrale Biobank des CCC Tübingen-Stuttgart ist eine interdisziplinäre Tumorgewebe-Biobank und ein wichtiger Baustein im Forschungskonzept des Südwestdeutschen Tumorzentrums und darüber hinaus für den Standort Tübingen des DKTK und das NCT Südwest. Die Zentrale Biobank sammelt qualitätsgesichert Frischmaterial maligner Tumoren und dazugehöriges Normalgewebe und verfügt aktuell über knapp 50.000 Proben von über 18.000 Patient:innen. Projektbezogen werden zusätzlich andere Biomaterialien (Vollblut, Serum, Plasma und Urin) zu definierten Zeitpunkten im Krankheitsverlauf gesammelt. Die Dokumentation und Vernetzung mit klinischen Daten erfolgt über die zentrale CentraXX Plattform. SOPs gewähren eine hohe Probenqualität, und unsere einheitliche Patienteneinwilligung (broad consent) sowie die gute interdiziplinäre Zusammenarbeit ermöglichen die Etablierung großer Kollektive mit malignen Erkrankungen. Über die Biomaterialnutzung entscheidet ein interdisziplinär zusammengesetzter wissenschaftlicher Beirat. Nutzern der Biobank stehen bei Bedarf diverse Technologieplattformen (Lasermikrodissektion, Erstellung von Gewebe-Mikorarrays, multiparametrische Immunhistochemie, DNA/RNA-Extraktion etc.) zur Verfügung. Die Biobank steht unter der fachlichen Leitung des ärztlichen Direktors der Abteilung für Allgemeine Pathologie (Prof. Falko Fend).

Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Website.

Prof. Dr. Falko Fend

Leitung

E-Mail: falko.fend@med.uni-tuebingen.de
Dr. med. Wiebke Solaß

Koordination

Mobiltelefon : 07071-29 82981
E-Mail: Wiebke.solass@med.uni-tuebingen.de
Tayeb Abed

Projektanfragen

Mobiltelefon : 07071 29-82980
E-Mail: biobank@med.uni-tuebingen.de
Schnellschnitt Crona Kliniken
Mobiltelefon : 07071 29-82984
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